Odyssee zum Herzen und was das mit Meditation zu tun hat…

Heute Morgen ist mir – fast wie vom Blitz getroffen – in den Sinn gekommen, dass ich euch lieben Allen schon über sooooo lange Zeit ständig was von Meditation und Ruhe finden, innerem Ausgleich und Balance schreibe. Aber ich hab euch ja noch nie erzählt, wie das Ganze eigentlich bei mir angefangen hat. Warum ich so für dieses Thema brenne. Warum ich es mit so viel Freude in die Welt hinaus trage.

Warum? Darum …   

 

Angefangen hat das alles vor gut drei Jahren. Ich stand im ersten Jahr meiner Ausbildung zur Shiatsutherapeutin. Ich hatte mit Lernen, Üben, Studieren den Kopf ziemlich voll. Nebenher die Kinder, den Haushalt, Garten und Freizeitaktivitäten zu koordinieren. Und auch wenn ich keinen festen Bürojob hatte, war ich doch mit allem Drum und Dran ziemlich gut ausgelastet. Dazu kam, dass unser Sohnemann grad in seinen ersten Schulerlebnissen durch stürmische See manövrierte. Unsere Tochter mit dem Kleinmädi-Dasein samt all seinen Herausforderungen des Leben-Lernens eingedeckt war. Und beide mich auf ihre ganz spezielle Art und Weise uneingeschränkt in Beschlag nehmen wollten. Und irgendwann stieg mir das alles so ziemlich über den Kopf. Ich hab an mir bemerkt, dass ich immer wieder total unrund durch den Tag lief. Dass mich die winzigste Kleinigkeit auf die Palme brachte. Dass ich regelmäßig in Wutausbrüchen explodierte. Dass ich keinen vernünftigen Weg fand, mich den Herausforderungen eines ganz normalen Mama-Jobs zu stellen.

 

Nun, das mag für viele unter uns auch der ganz normale Alltagswahnsinn sein. Und an sich sind es auch Aufgaben, die ohne weiteres und ohne viel Anstrengung gut zu meistern wären. Tja, das hat mir mein Verstand auch gesagt. Und umso mehr kam mein pragmatisch denkendes Kopfhirn nicht mehr hinterher und ich verstand so gar nicht mehr, was da eigentlich alles abging. Mein Herz bemühte sich zwar schon recht fleißig, sich zu Wort zu melden, aber… Schon komisch, mitten in einer Ausbildung, in der sich ständig alles um Achtsamkeit und Bewusstsein dreht, konnte ich es im Real Life nicht umsetzen. Und was mich daran am meisten traurig machte, war die Tatsache, dass ich meinen inneren Wirbelsturm an völlig unschuldigen Dritten ablud. Meistens bekamen meine Kinder das Fett ab. Und das schmerzte mich besonders. Mein Herz sagte mir, da läuft eine Sache aber sowas von schief. Und ich wusste nicht, was es war und warum???

Was macht also eine kopflastige Person – wie ich es zu diesem Zeitpunkt ohne jeden Zweifel noch war – wenn sich die Fragezeichen meterhoch vor ihr auftürmen? Richtig: Fachbücher fragen, Expertenkommentare lesen, Google&Co durchforsten. So hab ich in dieser Zeit nebenher unzählige Bücher gewälzt, die sich in der Theorie dem Thema Achtsamkeit widmeten. Allesamt mit unzähligen Tipps zum achtsamen Umgang in unterschiedlichsten Facetten. Doch ich musste nur allzu rasch feststellen, dass mich all das nicht zum Ziel führte. Mir wurden zwar viele Dinge immer klarer und mein Verstand schrie immer lauter: „Da stimmt was nicht!“ Doch noch immer war die Stimme meines Herzens nicht kräftig genug.

 

Und dann passierte etwas total Zufälliges. Ich unterhielt mich – wieder einmal – mit einer sehr lieben Freundin über meine Irrfahrten. Wir tauschten Erfahrungen aus und gaben uns Hilfestellungen, so von Mama zu Mama, von Freundin zu Freundin. Wir philosophierten auch über das Wie-zur-Ruhe-Kommen in dieser hektischen Zeit und wie aus dem Nichts war es plötzlich da. Dieses eine Buch, das meine Freundin schon zum Altpapier verbannt hatte, weil sie eh so viele Bücher im Regal stehen hätte, und dann doch wieder heraus gekramt hat, weil sie dachte, vielleicht wäre das ja etwas für mich… Und tatsächlich. Mit diesem einen Buch begann mein Weg mit Meditation. Ich begann eifrig zu lesen, zu meditieren, zu hinterfragen, zu reflektieren. Und je tiefer ich in diesem Buch vorankam, umso mehr konnte ich in mir spüren, wie mein Herz immer lauter wurde, sich immer hörbarer zu Wort meldete und sich ganz tief in mir etwas zu verändern begann. Ich veränderte mich. Mein Kopf ging immer öfter in den Stand-by-Modus und ließ meinem Herzen freie Fahrt.

 

Heute? Ja, heute bin ich genau da, wo ich sein möchte. Auf einem guten Weg. Ich habe durch das Meditieren einen so wertvollen, intensiven Zugang zu mir selbst kennen lernen dürfen. Ich habe mich selbst aus einem ganz neuen Blickwinkel sehen dürfen und mich aus diesem heraus neu entfaltet. Ich habe gelernt auf mein Herz zu hören. Ich habe aber auch erkannt, dass Herz ohne Hirn manchmal nicht sinnvoll ist. Ich habe begonnen diese beiden Polaritäten einander näher zu bringen.

Heute bin ich schon auch ein Stück weit stolz auf mich. Denn ganz ehrlich: Es braucht schon auch ein bisschen Mut, sich auf das einzulassen, was beim Meditieren so alles auf dich zukommt. Meditieren ist eben mehr, als einfach nur rumsitzen.

 

Wie geht es dir mit deinen Herausforderungen des Alltags? Wie gehst du mit all dem, was das Leben von dir abverlangt, um? Wie findest du Ruhe und Ausgleich? Ich freue mich über deinen Kommentar hier oder auf meiner Facebook-Seite @deinshiatsu

Bis zum nächsten Mal,
Katrin

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Kommentare: 1
  • #1

    LT (Mittwoch, 09 Mai 2018 19:52)

    Gratulation zu deiner Weiterentwicklung! Man merkt es dir an, du bist bei dir angekommen. Du siehst sehr gut mit deinem Herz.
    Kann noch sehr viel von dir lernen.