Lausbubenstreiche und was da mit meiner Coolness zu tun hat…

 

 

Oh ja. So geht das im Leben. Die frohen Botschaften über den aktuellsten Streich unseres Sohnemanns ließen mich grad eben noch ziemlich aus der Balance kommen. Und schon bei dem Gedanken an die folgenden Diskussionen mit Pädagogen und Lehrern aus der Schule trieb es mir die Schweißperlen auf meine Stirn. Mit viel Flexibilität und Verständnis gelingt es mir heute dennoch immer besser, still und bedacht an solche Situation heran zu gehen. Wie ich das mache? Nun, das ist kein großes Geheimnis…

 

Unser Junior ist im Streichespielen einer von der ganz einfallsreichen Sorte. Und so kommt es schon des Öfteren vor, dass er sich einen ganz besonders lustigen Gag einfallen lässt. Zumindest hat er dabei anfangs meist etwas zu lachen. Anfangs wohl gemerkt. Letzte Woche hatte er die geniale Idee, er könne doch mal ausprobieren, nasse Taschentücher in die Schuhe eines Schulfreundes zu stopfen, der noch eine ganze Stunde Unterricht hatte. Dann würden die Schuhe wohl ein bisschen feucht sein und sein Kollege sich ärgern. Nun, er hat es dann auch ausprobiert…

 

Zuhause haben ihn sein schlechtes Gewissen gequält und auch die Panik vor den drohenden Konsequenzen gepackt und er hat mir die Sache anvertraut. Noch vor dem Mittagsessen. Das will was heißen. Und mit jedem Wort mehr, das aus seinem Mund kam, wurde es in mir drinnen heißer und heißer. Ich konnte förmlich spüren, wie sich die Emotionen anfingen aufzubäumen. Mir schossen Gedanken durch den Kopf, was jetzt wohl wieder für ein Tohuwabohu in der Schule folgen könnte. Und ob sich die Mutter des Jungen möglicherweise aufgebracht oder wütend bei mir melden würde. Immer unruhiger wurde ich in mir. Zunehmend stürmischer meldeten sich meine bisherigen Reaktionsmuster, die mich früher gelegentlich explodieren ließen. Vielleicht mag es ja menschlich sein, auch mal Dampf abzulassen. Doch ich kam in der Vergangenheit durch schmerzliche Erfahrungen an einen Punkt, an dem ich für mich beschlossen habe: „Nein! So nicht.“

Im Wirrwarr unseres Gespräches über den Vorfall konzentrierte ich mich in Gedanken wiederholt darauf, einfach tief durchzuatmen, alles nicht so starr und unveränderlich zu sehen und die ganze Situation mal aus einer anderen Position zu betrachten. Aus der unseres Jungen nämlich. Und ich bin ganz ehrlich. Ich musste schon auch über diesen Streich schmunzeln, wenn ich mir die Reaktion seines Freundes so bildlich ausmalte. Das soll bitte nicht heißen, dass ich damit unserem Striezi den Freifahrtschein für seine Tat ausstellte. Auf keinen Fall. Denn wer Mist baut, soll lernen dazu zu stehen. Aber seien wir uns mal ehrlich. Sind ein paar nasse Fetzen in den Schuhen der anderen denn wirklich so dramatisch? Eben, es ist einfach nur ein Lausbubenstreich unter Kindern.

 

Ich muss gestehen, ich war schon ein bisschen stolz auf unseren Buben. Nein, nicht weil er sich aus kindlichem Leichtsinn zu so einem Streich hatte hinreißen lassen. Sondern weil er von selbst erkannt hatte, dass daran irgendetwas nicht so ganz lupenrein war. Weil er selbst gespürt hat, dass es für ihn aus den Folgen heraus vielleicht brenzlig werden würde. Weil er sich selbst getraut hat, sich vertrauensvoll an mich zu wenden. Und jetzt bin ich auch ein kleines Stück stolz auf mich. Weil ich sie selbst erkannt habe, meine alten Verhaltensweisen. Weil ich es selbst spüre, wie ein ruhiger herzoffener Zugang viel Wind aus den Segeln nimmt. Weil ich mich selbst getraut habe, mich zu ändern.

 

Wie geht es dir damit, alte Muster zu erkennen und neu zu stricken? Hast du bereits Erfahrungen damit gemacht und wie ging es dir dabei? Inneres Feuerwerk oder vielleicht doch eine große Portion Coolness? Ich freue mich über deinen Kommentar hier oder auf meiner Facebook-Seite.

 

Bis zum nächsten Mal,
Katrin

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    GROSSMUTTER (Donnerstag, 18 Mai 2017 07:52)

    Ich muss einfach schmunzeln Mein Enkelkind ist großartig und man kann über so kleine Streiche später nur schmunzeln Auch er wird wenn er mal größer ist über seine Tat lachen. Es ist ja nichts passiert außer der eine hat halt einmal nasse Füße bekommen