Die Angst vor meinem nächsten Schritt im Business und was das mit einem Bären zu tun hat…

Immer dann, wenn ich für mein Tun viel im Kopf arbeite, sind kurze Ausflüge in die Natur für mich regelmäßiger Fixpunkt. Dabei werde ich kreativ, neue Ideen sprießen wie die Blumen im Freien aus meinen Gedanken und ich finde neue Wege, mein Arbeiten weiter zu bringen. Doch auch ich komme manchmal an einen Punkt, der seine Herausforderungen wie ein mächtiges Gebirgsmassiv vor mir aufbaut. Und unweigerlich ist sie dann da. Die Frage, wie soll ich jetzt weiter gehen…

 

Hier auf meinem Blog hab ich ja gerade vor kurzem von meinen PowerRuns erzählt. Diese Kurztrips in die Botanik geben so unbeschreiblich viel Kraft. Gerade jetzt, wo sich auch in der Natur die Kräfte wieder neu sammeln und alles wächst und größer wird. So war ich auch vor ein paar Tagen wieder mal draußen im Wald unterwegs. Herrlich, diese Frische am Morgen. Da spüre ich am intensivsten, wie die klare Luft den ganzen Körper belebt. Und genau ebenso belebt hab ich mich nach meinem Run gefühlt. Vorerst… Denn kurz nach meiner Rückkehr erreichte auch mich die Nachricht: „Bär in Göltschach, Maria Rain gesichtet…“ Das ist jetzt aber nicht echt wahr, oder? Hier? Vor meiner Haustür! Mir blieb die soeben noch mit vollen Zügen eingesogene Luft zum Atmen förmlich im Hals stecken. Ein Bär. Im Wald. Und ich war grad da draußen. Nicht auszudenken, was alles hätte sein können.


Ab diesem Zeitpunkt war alles anders. Ich begann mich mit allen nur erdenklichen Ausreden davor zu drücken, meine momentan doch sehr essentielle Wald-Zeit einzufordern. Stattdessen fand ich alle möglichen anderen Dinge notwendiger zu erledigen. Rund um mich herum versicherten mir zwar Gott und die Welt, ein Bär laufe eher vor mir davon, als umgekehrt. Aber das mulmige Gefühl in der Magengrube hielt sich hartnäckig. Nun ja, irgendwann wird der Bär doch wohl weiter ziehen, dachte ich mir. Und so nahm ich mir ein paar Tage später allen Mut zusammen. Ja, tatsächlich machte ich mich auf. Richtung Wald. Zuerst gingen mir schon alle möglichen Gedanken durch den Kopf: Wie reagieren, wenn so ein Tier vor mir steht. Mich tot stellen oder doch lieber laut schreiend auf ihn zu stürmen.


Nach den ersten paar hundert Metern wurden die Gedanken in Hinsicht auf eventuelle Bärenbegegnungen ruhiger, da ich anfing, meine nächsten To Do´s gedanklich zu fixieren und mich auf die Gegenwart zu konzentrieren. Schon länger ist für mich fix: Einiges will ich verändern, Vieles ist zu erarbeiten, Manches zu sortieren. Doch so recht will ich mich da einfach nicht drüber trauen. Schon komisch, irgendwie. Und plötzlich erschrak ich wie vom Blitz getroffen, weil ein Vogel sich im Gebüsch regte und sie war wieder da: Die Angst vor dem Bären. Mein Herz pochte wie verrückt. Mein Atem fing an zu stocken. Und mit jedem Laufschritt wurde ich schneller. Bald hätte ich mich selbst überholt.


Und als ich mich da so selbst beim „Davonlaufen vor dem Bären“ beobachtete, wurde es mir klar. Es ist nicht irgendein Bär da draußen, der mich in Panik versetzt. Es ist nicht irgendein Bär im Wald, vor dem ich Angst habe. Es ist nicht irgendein Bär, der mich zögern lässt zu laufen… Es ist mein Bär: Meine Angst vor dem Scheitern. Meine Angst vor dem Fallen. Aber mir wurde klar: Auch meine Kraft aufzustehen und weiter zu machen. Je intensiver ich mich mit dieser Vorstellung verband, umso deutlicher konnte ich wahrnehmen, wie sich dieser Schrecken vor dem unbekannten Bären in eine unbeschreibliche Kraft zu wandeln begann. Meine Gedanken fokussierten sich. Mein Ziel zeigte sich unverwechselbar. Meine Schritte bestärkten mein Weiterkommen.


Kurz bevor ich den Wald wieder verließ, begegnete ich einer alten Dame mit Begleitung. Worüber die beiden sich unterhielten? Keine Ahnung. Doch als ich an der alten Dame vorbei lief, blieben mir die Worte im Ohr: „Das Fräulein läuft aber flott.“  Und da – zack bumm – war mir klar: Ja, genau. ICH laufe! Nicht die Furcht vor dem Bären kann mich antreiben, weiter zu kommen. Sondern nur ich selbst kann meinen nächsten Schritt wagen. Und mit einem Atemzug war sie weg, die Angst mein Tun zu entwickeln.


Kennst du sie auch: Diese Ängste tief in dir drinnen, die dich lieber vor allem davon laufen lassen, als dich ihnen zu stellen. Aber hast du dich schon mal gefragt, wohin dich die Kraft hinter dieser Angst, bringen würde, wenn du sie FÜR dich nutzt? Ich freue mich über deinen Kommentar hier oder auf meiner Facebook-Seite.


Bis zum nächsten Mal,
Katrin

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