Ein Mega-Muskelkater und was das mit meiner Intuition zu tun hat…

Ich liebe meine Arbeit ja gerade deshalb, weil sie immer anders, immer neu und immer spannend ist. Abwechslung steht da an der Tagesordnung und keine Behandlung ist wie die andere. Umso wichtiger sind mir dann aber als Ausgleich die Beständigkeit und die Weiterentwicklung in  dem, was ich tue. Und bisher hab ich mich auch gut an solchen, sich wiederholenden Konstanten orientiert. Tja, bis dann eines Tages…


Ich geb schon zu: Ich brauche als Ausgleich zu meinem ruhigen Arbeiten auf der Matte dann das totale Gegenteil in meiner Freizeit. Da gibt es Yoga zu rockiger Musik, Laufen bis mir die Zunge bis zum Boden hängt oder ausgiebiges Faszien-Stretching. Denn genau da hole ich mir die Ruhe und Klarheit für meine Arbeit. Wie ihr eventuell aber auch schon mitgelesen habt, bin ich momentan gerade in einem großen Wandlungsprozess. Ein Stück weit weg vom stillen Face-to-face-Behandeln. Hin zum Arbeiten mit Gruppen. Und vielleicht kennt ihr das auch: Wenn du deinen Fokus auf eine Sache richtest, für die du brennst, dann passieren ganz schräge Dinge, die dir eindeutig signalisieren, wohin dein Weg geht.

 

Und genau solche Signale sind mir auch begegnet und so fand ich  mich dann auch in einer Work Out-Stunde, die mich von der inhaltlichen Beschreibung her und als mögliche Ergänzung zu meiner Arbeit, sehr angesprochen hat. Und allem was jetzt noch folgt vorweg: DeepWork ist eine echt super Sache. Mit genau dieser Motivation bin ich voller Eifer die gesamte Stunde mit dabei gewesen. Ich hab geschwitzt. Ich hab vor Anstrengung fast keine Luft mehr bekommen. Aber ich hab auch viel gelacht. Bis drei Tage später. Da ist mir das Lachen dann grundlegend vergangen. Denn der Muskelkater war die Hölle. Nun zähle ich ja nicht gerade zu einem sportfaulen Individuum. Aber ich hab mich selbst total erschrocken. Gibt es denn sowas! Ich hab so ziemlich jeden einzelnen Muskel an meinem Körper gespürt. In den folgenden Tagen war jeder Schritt eine Qual, das Arbeiten auf der Matte eine Herausforderung und das aktive Tun in der Freizeit schier unmöglich.

 

Richtig: Mach jetzt nicht so ein Drama draus. Jeder Muskel beruhigt sich irgendwann mal wieder. Und so war es gut zehn Tage später wieder möglich, mich einigermaßen schmerzfrei zu bewegen. Dachte ich zumindest. Aber leider verschwand das lästige Zwicken in meiner rechten Hüfte, das sich seit diesem doch sehr intensiven Work Out lautstark meldete, immer noch nicht. Und egal was ich auch unternahm, es half alles nichts. Super, das war jetzt notwendig gewesen. Dabei hatte ich in den letzten Wochen so brav an dieser mir sowieso schon bekannten Schwachstelle gearbeitet und so tolle Fortschritte gemacht. Und mit einem Mal katapultiert mich so ein Fitness-Dings wieder zurück an die Startlinie. Schlimmer: Kilometerweit hinter den Ausganspunkt. Echt Spitze…

 

Tja, in den letzten Wochen hab ich dann weiter daran gearbeitet. Nicht nur körperlich. Ich nahm mir ganz bewusst die Zeit, darüber nachzudenken. Was wollte mir mein Körper damit sagen? Und ich gestehe: Anfangs hab ich es einfach nicht verstanden. Es war wie Spanisch für mich. Und das, obwohl sich die Inhalte aus diesem DeepWork eigentlich ja ganz gut als Abrundung zu meinem Tun machen würden. EIGENTLICH… Plötzlich ist der Groschen gefallen und es war mir klar: Es ist nicht meine Intuition, auf diese Art mit Gruppen zu arbeiten. Es ist nicht mein Weg, so exzessiv mit dem eigenen Körper und dem anderer umzugehen. Es ist nicht mein Ding, über die Grenzen zu gehen. Leider musste ich meine Grenzen erst überschreiten, um meine Intuition zu erkennen. Doch ich bin für diese Erfahrung dankbar. Weil sie mich mein Ding nun klarer erkennen lässt. Weil sie mich achtsamer mit mir und anderen umgehen lehrte. Weil sie mich wieder auf Kurs gebracht hat. Auf Kurs dorthin, wohin ich möchte. Ganz ohne EIGENTLICH!

 

Hast du auch schon mal solche Grenzerfahrungen erleben dürfen? Wie bist du mit diesen Situationen umgegangen und was hast du daraus mitnehmen können? Ich freue mich über deinen Kommentar hier oder auf meiner Facebook-Seite.
Bis zum nächsten Mal,
Katrin

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