Gesehen werden und was das mit unserem Kater zu tun hat…

Mal ganz ehrlich: Ich hab mir das Ganze vielleicht ein wenig leichter vorgestellt. Schon mit Einsatz und Disziplin, Ausdauer und Kreativität. Um dann in absehbarer Zeit auch ausreichend sichtbar zu sein. Ja genau. Sein eigenes Business aufzubauen erfordert doch einiges mehr an Durchhaltevermögen, als ich dachte. Und dann sagt mir eine liebe Freundin auch noch – tja, das liebe Gras wächst in seinem eigenen Tempo. Daran ziehen und zupfen bringt gar nichts. Wenn da bloß nicht diese Sache wäre…


Gerade im Sommer liebt es Oskar, unser Kater, ausgiebig gestreichelt, gekrault und rundum verwöhnt zu werden. Wer liebt es nicht, gelegentlich eine Extraportion Streicheleinheiten abzusahnen. Und angesichts dessen, dass unser Kater doch noch einiges an dichtem Fell abzugeben hat, nehme ich es ihm auch nicht übel, wenn er dann immer wieder mal in einem für mich gerade unpassenden Moment schnurrend gelaufen kommt, um seine Goodies anzuholen. Ich bemühe mich auch, diesen herzlichen Aufforderungen nachzukommen. Aber immer passt es dann doch nicht. Oskar kann dann schon auch nahezu lästig werden, wenn es um die Erfüllung seiner Bedürfnisse geht.
Gerade letztens war es aber auch wirklich ein unpassender Augenblick. Und ja, ich gestehe, da kann es dann schon manchmal vorkommen, dass ich ihn einfach zur Seite schiebe und ihm keine Aufmerksamkeit schenke. Weil ich in diesem Moment gerade mit ein paar wichtigen Gedanken beschäftigt bin. Gedanken ums Sichtbar-Sein. Gedanken zum weiteren Tun. Gedanken zur Aufmerksamkeit.

 

Und plötzlich trifft mich der Blitz. Aufmerksamkeit… Wollte diese nicht eben auch unser Kater? Und wie bin ich mit ihm und seinem Wunsch nach Aufmerksamkeit umgegangen. Mehr noch, wie ist Oskar damit umgegangen? Wie vom Blitz getroffen ließ ich Alles liegen und stehen, um nach ihm zu suchen. Ja genau. Weil ich ein schlechtes Gewissen hatte. Und als ich ihn dann gefunden habe, war ich erstaunt mit welcher Freude er dennoch mein Streicheln und Kraulen annahm. Ganz ohne jeden Vorwurf. Und da wurde mir klar: Es braucht manchmal einfach eine Extraportion Vertrauen. Vertrauen in den Lauf der Dinge. Vertrauen in den richtigen Zeitpunkt. Vertrauen in das Tempo der Anderen. So wie Oskar einfach geduldig gewartet hat, bis ich Zeit finde. Im Vertrauen, dass er schon zu seinem Verwöhn-Programm kommen würde.


Nun, ich bin heute schon ganz zufrieden damit, wohin mich mein Einsatz bisher gebracht hat. Und ich bin schon auch ein Stück weit stolz auf einige Erfolge, die ich mir erarbeitet habe. Zwar gibt mir  jeder, den ich frage, zur Antwort: „Du musst dir einfach etwas Zeit geben, das dauert.“ Ja, das dauert. Schon. Aber… Und heute kommt dann kein „Wie lange denn…“ dazu. Obwohl da noch immer diese Sache ist. Die Sache mit dem Vertrauen. Doch ich habe beschlossen, für mich an dieser Sache zu arbeiten. Denn je mehr ich an meinem Vertrauen in einen guten Weg arbeite, umso eher wird sich dieser auch ergeben.


Wie geht es dir mit dem Vertrauen in Dinge, die du tust? Bist du immer felsenfest davon überzeugt, dass du mit Allem was du machst, dein Ziel erreichst? Oder gerätst du ab und zu auch ins Schwanken und Zweifeln (dann gibt dir diese Übung vielleicht eine gute Bodenhaftung) ?  Lass mich deine Erfahrungen wissen. Ich freue mich über deinen Kommentar hier oder auf meiner Facebook-Seite.
Bis zum nächsten Mal,
Katrin

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