Das Element Erde in deinem Körper-Energiekreislauf

 

Jetzt hält uns der Winter fest im Zaum. Und dennoch ist sie da: die Kraft der Erde. Das Element Erde spielt in deinem Körpersystem eine ganz wesentliche Rolle. Es gibt dir Stabilität, Vertrauen und die Gabe mit anderen Menschen mitfühlend umgehen zu können. Zwar ist der Erde selbst als Jahreszeit der Spätsommer zugeordnet. Doch durch den besonderen Stellenwertes der Kraft, die  aus diesem Element erwächst, finden wir auch immer im Übergang von einer Jahreszeit zur nächsten, also zwischen den einzelnen Wandlungsphasen, eine kurze Erd-Phase. Deshalb möchte ich dir heute etwas über diese Kraft in dir erzählen.

 

Deine Erd-Kraft sammelt sich in deinem Körper in deinem Bauchraum. Dieser ist ein ganz spezieller Bereich. Im Shiatsu nennen wir es das Hara. Es spannt sich auf zwischen den untersten Rippenbögen deines Brustkorbes und den knöchernen Schaufeln deines Beckens. Oben durch das Zwerchfell und nach unten hin durch den Beckenboden begrenzen zwei starke Muskelplatten diesen sehr sensiblen Bereich. Sie schützen und stützen diesen, können bei Ungleichgewicht dein Hara aber auch einengen. Die Organe, die diesem Element zugeordnet werden, sind Magen und Milz (mit der Bauchspeicheldrüse).


Doch warum ist diese Energie in deinem Körper so wertvoll?

Nun, sie ist dafür zuständig, dass du dich geborgen fühlst, Vertrauen spürst und auch Mitgefühl für andere entwickeln kannst. Sie gibt dir Sicherheit bei jedem Schritt, lässt dich in Bewegung sein, sowohl körperlich als auch geistig und ermöglicht dir, Hingabe und Warmherzigkeit in deinem Alltag zu leben. Stell dir eine liebevolle, fürsorgliche und behütende Mutter vor, die ihr Kind schützend in den Arm nehmen kann, ihm aber auch Freiraum mit bedingungslosem Rückhalt schenkt. All das kommt aus der Erde. Geben und Nehmen sind zentrale Themen dieses Elements. Doch darin liegt auch die Gefahr, aus dem Gleichgewicht zu kommen. Oft neigen wir dazu, viel zu geben und für uns selbst wenig anzunehmen.

 

Vielleicht kennst du das auch,
- dein Magen reagiert sensibel auf Nahrung. Möglicherweise leidest du an Bauchkrämpfen, die oft nach dem Essen auftreten? Es liegt dir förmlich etwas im Magen, das dich unwohl fühlen lässt. Ganz gleich, welche Nahrung du zu dir nimmst, sie bekommt dir nicht.
- ständig empfindest du Übelkeit. Ohne ersichtlichen Grund nimmst du ein flaues Gefühl im Magen wahr. Im schlimmsten Fall führt es zum Erbrechen.
- du machst dir über Alles und Jeden ständig Sorgen. Grübelst stundenlang über Dinge, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Deine Gedanken kreisen in deinem Kopf und du kannst diese Gedankenspirale nicht stoppen. Daraus plagen dich oft starke Kopfschmerzen bis hin zu lähmenden Migräneattacken.
- es macht sich eine fast unüberwindbare Abgeschlagenheit bemerkbar und du kommst nur schwer in die Gänge. Lieber würdest du gar nicht aus dem Haus gehen, sondern dich zuhause in eine warme Decke kuscheln, auch weil sich dein Bauchraum so kalt anfühlt. Diese Bewegungsunlust führt in deinem Körper zu einer Verlangsamung der Zirkulation an Körperflüssigkeiten und es können sich z.B. Ödeme bilden.


Wenn du zu viel gibst, ständig für andere da bist und über deine Maßen aufopfernd deine Mitmenschen umsorgst, dann zehrt das an deiner Erd-Kraft. Du kannst dann vielleicht auch beobachten, dass du vermehrt Lust auf Süßigkeiten hast. Eben weil dein Körper nach Fürsorge für dich selbst hungert und deine Erde schwach ist. Der süße Geschmack ist seit jeher mit nährender Qualität verbunden. Schon die Muttermilch hat diese feine Süße.


Was lässt sich nun aber im Alltag tun, um die Kraft der Erde in dir zu stärken? Mit folgenden einfachen Möglichkeiten stärkst du deine Mitte:
1. Nähre deinen Körper gut: Gerade jetzt im Winter, aber auch wenn es draußen warm ist, sollten sich Gemüsesorten, die aus der Erde kommen auf deinem Teller finden. Kartoffeln, Karotten, Rüben und Wurzelgemüse lassen sich das ganze Jahr über in unterschiedlichsten Varianten zubereiten. Versuche dein Essen ganz bewusst zu genießen, es langsam zu kauen und den süßen Geschmack, der im Mund entsteht, zu kosten. Je länger du deine Nahrung im Mund verarbeitest, umso süßlicher wird sie.
Versuche Süßigkeiten nur in Maßen zu konsumieren.
Natürlich darf es schon mal ein Stück Schokolade sein. Zu viel von Süßem schwächt deine Erd-Energie allerdings wieder. Daher gilt: „Lieber ein kleines Stück mit viel Genuss, als allzu viel im Überfluss.“
Außerdem kannst du deine Mitte stärken, indem du darauf achtest, zumindest zwei warme Mahlzeiten am Tag zu genießen. Das heißt nicht, dass du zwei Menüs am Tag kochen brauchst. Schon ein warmer Frühstücksbrei aus Haferflocken oder Hirse wärmt von innen. Abends eine warme Suppe beruhigt deine Gedanken.


2. Betreibe Psycho-Hygiene: Was ist das nun schon wieder? Ganz einfach: umgib dich mit Menschen, die du gerne magst. Lache mit ihnen, führe nette Gespräche. Vielleicht ergibt sich auch die Möglichkeit, gemeinsam mit anderen Menschen zu singen. Diese positiven Augenblicke stärken dich für herausfordernde Situationen.
Um deine Erde auf der mental-seelischen Ebene zu stützen, gibt es eine ganz wirkungsvolle Übung. Lerne, dein Hara zu spüren: hüftbreiter, stabiler Stand, Knie weich und leicht gebeugt, Hände liegen knapp unter dem Bauchnabel auf deinem Bauch, Verbindung zur Erde über deine Füße wahrnehmen, mit der Einatmung leicht nach hinten auf die Fersen, mit der Ausatmung leicht nach vorne auf die Zehenballen lehnen. Spüre eine Zeitlang diese sanfte Pendelbewegung im Rhythmus der eigenen Atmung und komme dann zur Ruhe. Im Anschluss übe dich darin, negative Energien abzustreifen: Fühle Spannungen in deinem Körper oder im Raum um dich herum. Lasse mit der Einatmung diese Energien bis an deinen Körper kommen, mit der Ausatmung perlen diese entlang deines Körpers ab und fließen über die Füße in die Erde, wie Wassertropfen an einer Lotusblüte.

 

3. Finde Stabilität und Sicherheit in deiner Bewegung: Körperlich mäßig anstrengende Bewegung ist wirkungsvoll, um die Kraft aus deinem Hara in den gesamten Körper zu verteilen. Achte dabei darauf, dich nicht zu überfordern. Weniger ist oft mehr. In Maßen ist die Bewegung für dein Erd-Element aber nötig. Denn zu wenig Bewegung macht dich träge, faul und schlapp. Dein Körper kann dann Abfallstoffe und Schlacken aus dem Stoffwechsel nicht mehr gut abtransportieren.
Vor jeder körperlichen Aktivität, aber auch einfach zwischendurch finde einen guten Kontakt zum Boden. Nimm dir ein paar Minuten Zeit, gehe ein paar Schritte ganz bewusst über den Boden (vielleicht auch barfuß) und nimm wahr, wie sich deine Füße anfühlen. Dann bleibe stehen, Beine hüftbreit auseinander und strecken deine Zehen kräftig wie einen Fächer nach oben, so als würden sie deine Nase kitzeln. Anschließend lege deine gespreizten Zehen langsam auf dem Boden ab und spüre die Aktivität an deinen Fußsohlen, die es braucht, um die Zehen in dieser breiten Position zu halten.


Du siehst, es gibt so Vieles (und das ist nur ein kleiner Ausschnitt), das du für eine starke Mitte tun kannst. Je stärker du die Verbindung zu dir selbst spüren kannst, umso gefestigter und selbstbewusster gehst du auch durch dein Leben. Je intensiver du die Anbindung an die Erde unter deinen Füßen suchst, umso vertrauter wird dir deine Umwelt erscheinen. Gelegentlich mag sich vielleicht aber doch das Gefühl einschleichen, dass dir dein Alltag über den Kopf steigt, du ständig in Gedanken versunken bist, oder du keinen großen Appetit auf Mahlzeiten verspürst. Dann kann ich dich mit nährendem und Geborgenheit spendendem Shiatsu gerne ein Stück weit begleiten. Denn der intensive Kontakt durch Berührung, den du auf deinem Körper während einer Behandlung wahrnehmen kannst, stärkt und nährt dich, gibt dir Sicherheit und Vertrauen und entspannt deinen Geist und deinen Bauch.


Hach, in mir wächst schon die Vorfreude auf den Frühling und der Drang nach Bewegung wird immer intensiver. Spürst du das auch? Dann komm auch gerne mal zum Meridian-Yoga, wenn du deinen Körper spüren und deinen Geist gleichermaßen fordern möchtest. Oder darf es vielleicht doch lieber eine wohltuende Shiatsubehandlung sein? Ganz gleich wie. Du kennst deinen Körper am aller besten. Entscheide einfach aus dem Bauch heraus, was dir gut tut. Denn auf deinen Bauch ist immer Verlass…


Bis ganz bald wieder, herzlichst Katrin


PS: Auf meiner Facebook-Seite gibt es jeden Tag kleine Alltagstipps zum Thema

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